Sommerloch 2017

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

da ist sie wieder die T.! Kaum zu fassen, aber da habe ich mir doch glatt ganz unangekündigt und ungeplant eine mehr als dreiwöchige Pause gegönnt. Unfassbar.

Ist es euch überhaupt aufgefallen oder ging es im allgemeinen Sommerloch unter?

Wie dem auch sei. Woran es lag…ich weiß es nicht. Ist es auch bei mir das Sommerloch, ist es das wieder mal schlafverweigernde Kind, das „zu viel drum rum“ oder einfach nur die Routine nach fast 5 Jahren Bloggen, ich weiß es nicht, aber kurzum: die Luft war tatsächlich raus.

Ob sie allerdings jetzt nach der Auszeit wieder drin ist, kann ich noch nicht mit Gewissheit sagen (das Kind verweigert den Schlaf nämlich immer noch und bringt mich damit regelmäßig ans, nein, übers Limit), aber zumindest habe ich mich auf den Hosenboden gesetzt und einen Redaktionsplan ausgearbeitet.

Am Willen soll es also nicht scheitern.

Aber kennt ihr dieses Gefühl von „alles zu viel“? Zu viel Wäsche, zu viel Papierkram, zu viel Krempel, zu viel Unordnung….einfach von allem zu viel?

So ging es mir schon die ganze letzte Zeit. Sei es der übervolle Kleiderschrank, der nicht kleiner werdende Dokumentenstapel oder einfach nur das trillionste Krümel- und Sandinferno im Wohnzimmer. Es nimmt kein Ende. EINFACH.NIE.EIN.ENDE.

So viel nimmt man sich vor und schafft’s dann doch wieder nicht, was fertig zu bekommen. Teile des Hauses sehen noch genau so aus, wie sie aussahen als wir vor 5 (!!!!) Jahren eingezogen sind, und gefühlt ist nichts, aber auch gar nichts passiert – was natürlich nicht stimmt, aber Gefühl ist Gefühl und irgendwie frustriert es einen immer mehr, und statt doch peu à peu abzuarbeiten, saugt es einem immer weiter die Kraft aus, und statt weniger wird das Chaos nur noch immer mehr.

Und irgendwann wacht man morgens auf und erkennt, dass man sich gerade mitten in einer Abwärtsspirale befindet und weiß vor lauter Trudeln gar nicht, wie oder wo rauskraxeln.

Das nervt mich. Ich bin dazu nicht der Typ. Denn eigentlich funktionierte ich die letzten 35 Jahre meines Lebens nach dem Prinzip „Problem erkannt, Problem weggeschafft“

Und dann kam der Nachwuchs. der Schlafmangel.
Lange hab ich’s kompensiert bekommen, aber jetzt war einfach der Moment gekommen, wo ich am liebsten einfach nur noch lustlos auf der Couch rumgegammelt hätte. Was mich, unter uns gesagt, aber auch nach 5 Minuten nervt und alles andere als nen Ausgleich bringt.

Was also tun? Als erstes musste das Bastelreich dran glauben. Der alte wackelige Plastiktisch flog raus und ein großer, selbstgebauter stabiler Arbeitstisch sollte Einzug erhalten.

Jahaaa so der Plan.

Erinnert ihr euch an den Beitrag Familie T. baut ein Hochbeet? Sagen wir mal so, der Tischbau wurde zu „Hochbeet reloaded“. Ich schildere den Zusammenbau jetzt nicht wieder in aller Ausführlichkeit, aber es sei nur so viel gesagt: es waren wieder einmal 3 Besuche bei Ikea und 5 Besuche im Baumarkt nötig, bis das Teil endlich stand. Außerdem musste ich lernen, dass das Prädikat „sehr ergiebig“ auf Lackdosen eine sehr subjektive Aussage ist.

Summasummarum: es wurde doppelt so teuer wie geplant und dauerte 6 mal so lang, aber das Teil steht: eine große Arbeitsplatte mit drei Kallaxregalen als Unterbau.

Alles in allem VIIIIIIEL zu groß für das Arbeitszimmer, aber in einem Anflug von „dieses Haus muss schöner werden“ habe ich angefangen auszumisten, und vielleicht, wenn der Leidensdruck nur groß genug ist, schaffe ich es ja auch mal, mich von Bastelkrempel zu trennen und Platz zu schaffen.

Das zweite Projekt, was für Ordnung im Zimmer sorgen sollte, war ein Raskog-Servierwagen. Im Moment allerdings nur erhältlich in den Farben schrecklich oder ganz schrecklich. Weiß und schwarz sind im Umkreis von 120 km nämlich ausverkauft, bleiben noch , wie der Schwede es nennt Vanille und rot/braun, oder wie ich es nenne „Nikotin“ und „Gammelgulasch“.

Aber Frau hat ja ne Standleitung zum Baumarkt und fände die Sprühlacke inzwischan auch nachts um 3 in völliger Dunkelheit mit 5 Promille.

Passend zum Rest des Zimmers sollte das Raskog also grün werden. Denn schon lange bevor Pantone auf die Idee kam, „Grünzeug“ bzw. wie es auf Hipsterisch heißt „Greenery“ zum Farbton des Jahres 2017 zu küren und sämtliche Modeblogger, Influencer und Style-Trutschen auf den Zug aufsprangen, war die T.sche Bastelwand grün.

Greenery…ich komme tatsächlich immer noch nicht über diese Bezeichnung hinweg. Es klingt einfach so unfassbar bescheuert. Ist halt grün, ne.

Auch in diesem Falle muss ich sagen, ist „sehr ergiebig“ ein dehnbarer Begriff. Ich benötigte nämlich alles in allem für ein einziges Raskog 4 Dosen Edding Permanent Spray, nur um immer noch nicht fertig zu sein. Eine fünfte Dose sollte allerdings reichen, um das Ergebnis perfekt zu machen, nur, ihr ahnt es: nach weiteren unzähligen Besuchen im Baumarkt, ist die Farbe inzwischen ausverkauft und erst wieder ab 8.8. lieferbar. Da sind wohl noch mehr Leute auf den Greenery-Zug aufgesprungen…

Auch dieses Projekt sollte also nicht in dem dafür angesetzten Nachmittag fertig gestellt werden können, sondern dauert bisweilen noch an. Es ist zum …..

Nunja, immerhin gibt es gute Neuigkeiten von der Vorgartenfront: die Eiben sind Geschichte. Olé olé. Dafür erstreckt sich nun an der Stelle, wo sie standen ein tatsächliches Sommerloch, das es in den nächsten Tagen zu füllen und glätten gilt.

Aber davon berichte ich euch die Tage. Jetzt warte ich mal gespannt auf den Postmann, vielleicht hat der ja die inzwischen im Internet bestellten Dosen Lack im Gepäck und beschert mir ein schönes Wochenende.

Ich möchte endlich wieder an den Basteltisch und nicht mehr in Umzugskartons hausen! Wenn mal wieder Platz und Ordnung herrscht, klappt es vielleicht auch mit der Umsetzung des Redaktionsplans. Es gibt also noch viel zu tun, packen wir’s an!

Bye

Nadine

Nachtrag: Wir packen es dann wohl erst an, wenn die Streptokokken sich ein neues zu Hause gesucht haben *arghs*

 

9 comments

  1. 1

    Hallo Nadine, dies Gefühl kenne ich zu gut. Schlafen tun meine Kinder nun Nachts, aber damals wusste ich warum Schlafentzug auch eine Foltermehode ist.
    Für eine Stressreduzierung bei Ikea Einkäufen, kann ich dir wärmstens den Ikea Onlineshop empfehlen – da gibt es die schwarzen und weißen Raskogs lang und satt 😉
    Ich bin aber sehr auf deine grüne Endversion gespannt.

    viele Grüße Katja

  2. 2
    Anne Diekmann says:

    Huhu Nadine,

    zugegebenermaßen muss ich über deine Beiträge immer wieder sehr schmunzeln – insbesondere deswegen, weil ich mich in vielen Sachen wiederfinde. Der Schlafentzug (unser Kleiner ist locker mindestens 2x pro Nacht wach), gefühlt schafft man nichts und auf dem Sofa findet man keine Entspannung, weil ja eigentlich noch tausend Dinge erledigt werden wollen. Karten bastel ich momentan höchstens in Nachtschichten, um mich am nächsten Tag über den zusätzlich fehlenden Schlaf zu ärgern. Es kann nur besser werden! Inzwischen kann ich sogar tagelang mit Flecken auf dem Boden leben (solange nur nichts klebt). Wische ich, dann sind alle Kleckse nach der nächsten Mahlzeit wieder da. Dafür ist der Staubsauger im Dauereinsatz.

    Zum einen ist es sehr beruhigend, wenn man weiß, dass es anderen nicht besser geht; zum anderen kann ich dann über manches, was mich eigentlich aufregt, zumindest gelegentlich einfach lächeln.

    Alles Gute für dich/euch!

    Anne

  3. 3
    Dagmar says:

    Hi Nadine,
    ja, zuviel von allem (aber auch zuwenig von vielem).
    Ich glaube, das kennen alle Mütter! Und irgendwie schafft es ein sehr hoher Prozentsatz da durch und wieder raus, ohne zu großen Schaden zu nehmen.
    ‚Ergiebig‘, der dehnbare Begriff – herrlich😂
    Euch gute Besserung, auf dass die Streptis sich rasch verpi….verflüchtigen👍
    LG Dagmar

  4. 4

    Liebe Nadine ! Wir kennen es alle :). Ich habe immernoch nicht gelernt, durch zu schlafen, obwohl meine Kinder es längst tun ! To Do Listen sind tötlich – wie wäre es mit einer To Be Liste ( Instagram) : Happy, Calm, Loving, Healthy, Awesome ? Alles Gute und Gute Besserung! LG Anita

  5. 5
    Tamara Schumacher says:

    Hallo liebe Nadine,

    nun weiß ich gar nicht mehr über welche Seite ich auf Deiner gelandet bin, habe Dich aber die letzten Wochen schmerzlich vermisst. Dein Humor ist einfach köstlich.
    Eigentlich habe ich Dich unter Stampin up gespeichert, aber das macht nicht so an Deinem Leben und Erfahrungen teil zu nehmen ist einfach sehr schön.
    Ich danke Dir für viele lustige Momente und Lacher. Schreib wie Du Zeit hast und lass Dich nicht unterkriegen, hamer alles noch geschafft wie man bei uns sagt.

    Kreative Grüße aus dem Ruhrpott (Essen)
    Tamy, Basteltante

  6. 6

    Oh – liebe Nadine ich bin ganz bei Dir. Meine Jungs sind jetzt zwar aus derSchlafentzug-Phase raus aber die letzten Jahre und vor allem dieses hatten es in sich. Während also mein Mann die nächsten Wochen renoviert und umzieht (damit das Leben danach einfacher wird) fahre ich zu Reha. Danach – also spätentes im September soll alles gewuppt sein und mein neues Bastelzimmer eingerichtet. Dann ist es auch nicht mehr so warm (hihi – kleiner Scherz) und die Zeit des bastelns und bloggens wieder da. So der Pan…
    Alles Weitere sehen wir dann. In diesem Sinne – genieße das Leben und lass es Dir gut gehen.
    Alle Liebe von Stefanie

  7. 7

    Ich versteh dich nur zu gut, liebe Nadine!
    Ist zwar jetzt nicht sonderlich aufbauend, aber meine Jüngere hat 3 Jahre lang nicht durchgeschlafen (und es hat einige Jahre gedauert, bis mein Schlafmangel halbwegs aufgeholt war). Dieses Loch, in das man immer tiefer rutscht, kommt mir sehr bekannt vor. Zum Glück werden die lieben Kleinen älter und vieles wird leichter.
    Gute Besserung an deinen Schlafverweigerer!
    Alles Liebe
    Martina

  8. 8
    Dorrit Pape says:

    Hallo Nadine
    Wenn ich deinen Bericht lese, dann beginnt für mich diese Woche in Hochstimmung. Ich muss mir vor Lachen den Bauch halten und es tut mir in der Seele gut zu hören das nicht ich nur das Sommerloch spühre. Danke für deine aus der Seele sprechenden Worte.
    Weiter dir einen guten Kampfgeist gegen all diese kleinen unfd großen Ereignisse.
    Nadine halte durch. Das mit dem Schlafmangel wird besser werden wenn klein T. in die Kita geht. Dann werden die Intensivwalle von MEINE MAMA KANN ICH AUF TRAB HALTEN in größeren Abständen kommen.

    Dir eine gute Woche und DANKE für deine tollen Erzählungen. 🙂

  9. 9

    Liebe Nadine,
    oh Mann, ich kann’s Dir so nachfühlen, Schlafmangel ist wirklich ätzend… Ich hoffe, Du bekommst bald eine Ruhepause! Wie ich sehe, ist Euer Hochbeet aber wirklich toll eingepflanzt und sieht sehr gut aus! Bist Du auch ein Grün-Fan? Das macht Dich ja gleich nochmal sympathischer, Grün war immer schon eine meiner Lieblingsfarben, egal welche Hippster sie zufällig mal namenstechnisch pushen.
    Dein Beitrag war wieder mal super lustig, vielen Dank dafür!!! Eine gute Woche wünsch ich Dir!

Ich freue mich über eure Kommentare.