Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

es begab sich zu einer Zeit, als Frau T. noch Fräulein M. war und als gutes Kind Weihnachten mit der damaligen Flamme Heiligabend bei den Eltern verbrachte.

Man saß gemütlich im Wohnzimmer beisammen am großen, etwas zu hohen, runden Tisch und spielte Trivial Pursuit. Vater M. hatte bereits das obligatorische Glas Rotwein umgekippt („dieser sch…Tisch, der ist aber auch zu hoch zum dran Sitzen“), während Mutter M. in der Küche zu Gange war, um die letzten Vorbereitungen für’s Fondue zu treffen während sie Antwort um Antwort rüber rief.

„Mama wenn du mitspielen willst, dann setz dich zu uns!“

„Ich spiele nicht mit, ich weiß doch gar nicht wie euer Spiel geht!“

„Dann ruf bitte nicht ständig die Antworten rüber!“

„Ihr fragt doch aber ständig!?“

„Das ist das Spiel!“

„Aber ich spiel doch gar nicht mit…“

Dieser Dialog wiederholte sich ziemlich genau bei jeder einzelnen gestellten Frage, bis er durch das Hereinbringen des heißen Fonduetopf unterbunden wurde.

So saß man also gemütlich beisammen, die Stimmung gut, die Gläser voll. Im Hintergrund tüdelte irgend ein Weihnachtskonzert im Fernsehen und während Fleischbröckchen um Fleischbröckchen im heißen Öl eintauchten, leuchtete der Christbaum im Eck und die Kerzen des Adventskranzes auf dem Stubentisch.

Fräulein M. hatte schon frühkindlich durch ihre kaum zu ertragende Weihnachtseuphorie mit der Tradition „Bescherung nach Kirche und Essen“ aufgeräumt, so dass schon recht früh der Kirchengang über Bord geworfen und die Bescherung vor’s Essen verlegt worden war, nur damit der Rest der Familie in Frieden speisen konnte, während das Kind mit den neuen Sachen spielen durfte.

Wir aßen also, quatschten und lachten. Da vernahm man plötzlich die Stimme von Fräulein M.s damaliger Flamme ganz ruhig und entspannt:

„Der Adventskranz brennt“.

Alle nickten, quatschten und aßen weiter.

Die damalige Flamme steckte die Gabel in den Fonduetopf und wiederholte:

„Der Adventskranz brennt“.

Alle quatschten und aßen weiter.

Die Flamme nahm gemächlich die Gabel aus dem Fonduetopf, steckte sich den Bissen Fleisch in den Mund, stand tiefenentspannt auf und kippte ein Wasserglas über den Wohnzimmertisch. Es zischte, es qualmte. Erst da drehten sich die Köpfe um und sahen das angekokelte, jetzt triefende Etwas auf dem Tisch.

Er drehte sich rum, setzte sich wieder an den Esstisch und tauchte den nächsten Fleischbrocken ins heiße Fett.

„Nixon!!!“

Die Blicke wanderten irritiert zu Mutter M.

„Richard Nixon! Irgendwer wollte doch vorhin wissen, welcher US-Präsident zum ersten mal China besucht hat.“

Und nu frag mich mal noch einer, von wo ich meinen Pragmatismus her hab 🙂

Heute wird das zweite mal sein, dass wir Heiligabend ohne meine Mama feiern. Sie fehlt. Und doch sind es Erinnerungen wie diese, die mir ein Lächeln abringen.

Und nur darum geht es die nächsten Tage. Vergesst die pseudo-perfekt dekorierten Esszimmer, die kulinarischen Zubereitungsorgien und die Geschenke in Höhe von 2 Monatsgehältern. Habt einfach eine schöne Zeit mit den Menschen, die euch am Herzen liegen, denn auch wenn ich mir sicher bin, dass alles schön hergerichtet war und es an besagtem Abend Geschenke gab, ist es definitiv nicht das, woran man sich Jahre später erinnert.

In diesem Sinne, ein schönes Fest euch allen! Bleibt gesund und munter und hier noch schnell die Auflösung, wer sich über ein extra Päckchen unterm Baum freuen darf:

Ich danke euch allen von Herzen, für die vielen Kommentare, lieben Worte und Zusprüche. Zwar wohlwissend, dass die hohe Anzahl der Rückmeldungen unmittelbar daran gekoppelt war, dass es was zu gewinnen gab, so freue  ich mich dennoch sehr über das Feedback.

Schöne Feiertage euch allen!

Bye

Nadine

 

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