Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

2016 ist fast rum, 2017 steht in den Startlöchern und ganz ehrlich da können die Arschkarten für meinen Geschmack gerne neu verteilt werden, ich bin für dieses Jahr durch und das obwohl der Weihnachtstrubel erst noch kommt.

Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, dass ich mich jemals über einen so langen Zeitraum so platt, geschlaucht und genervt gefühlt hätte. Und ich hatte wahrlich schon turbulente Jahre, aber im Moment? Ich könnte sekündlich aus der Haut fahren, wäre ich nicht selbst dazu zu platt.

An sich läuft alles rund, alles ist hübsch, alles easy peasy, gut, die Nächte sind mittelprächtig aber irgendwas ist ja immer, und dann….dann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich was vornimmt, geplant hat oder ein wenig Zeitdruck hat. Dann eskaliert alles in Sekundenschnelle und es mutieren auch einfachste Dinge, wie ein kleines Kärtchen für einen Bloghop zur Mammutaufgabe, was mich im wahrsten Sinne in den Wahnsinn treibt. Es kann doch nicht sein, dass man es nicht hinkriegt, schnell ein einfaches Weihnachtskärtchen zu stempeln, obwohl man den kompletten Tag keinen Fuß vor die Tür gesetzt hat!

Oh doch, das geht. Ihr wollt wissen, wie?

Na gut. Achtung, es folgt viiiiiiel Text. Wen es nicht interessiert, einfach bis zum Foto runterscrollen und die heutige bzw. inzwischen gestrige Tsche Leidensgeschichte überspringen.

Donnerstag. Frau T. will mit Mini-T. in den Zoo. Sprich, der schwedische Kinderpanzer muss in den Kofferraum. Herr T. hat mal wieder 24 Stunden Dienst, also heißt es alleine schleppen. Mini-T. kurzerhand vor die Glotze geparkt,  ja ich weiß, moralisch verwerflich, pädagogisches Komplettversagen, und und und, aber vor allem eins: hypnotisierend, genau das, was Frau braucht, wenn sie das Kind kurz aus den Augen lassen muss und es nicht anders geht. Also Kind eindringlich vorgewarnt: „Mama geht nur kurz zum Auto, ich bin sofort wieder zurück“ – Kind: null Reaktion, dafür aber die ungeteilte Aufmerksamkeit für Lala und Dipsy. Perfekt.  Jacke an, Balkontür auf, Schwedenpanzer auf Terrasse. Mini-T., dem man üblicherweise bei den Teletubbies die Windel vom Po klauen könnte, ohne dass er es merkt, sieht im Augenwinkel nur „Mama, Jacke, Tür auf? wuaaaaaaaaaaaaaaah ich werde verlassen und muss augenblicklich steeeeeerben“.

Tolle Wurst.

Frau T. dreht auf dem Absatz um, will das panische trennungsschmerzende Kind trösten, sieht ihrerseits aus den Augenwinkeln, wie der Schwedenpanzer anfängt zu rollen und ins Frühbeet abzustürzen droht, greift blitzschnell nach und rammt dabei volle Lotte die Fingerkuppe frontal in die Stange.

Was soll ich sagen, umgestülpter Fingernagel mit gestauchtem Gelenk sehen nicht nur scheiße aus, sie tun auch noch scheiße weh. Das Bild erspar ich euch an dieser Stelle, könnt ihr aber bei Instagram stalken.

Somit waren die Voraussetzungen für späteres Basteln mal gelinde gesagt nicht optimiert worden.

Samstag. Gelenk hat sich Himmel sei Dank beruhigt,  Nagel strahlt dafür aber in gar nicht mal so dezentem blau/lila, der Bluterguss nervt bei jeder Bewegung und schränkt einen doch erheblich ein.

Aber egal, die geplante Karte zu unserem Weihnachtsthema ist nicht soooo aufwändig, Frau möchte ja ab und an auch zeigen, dass man auch ohne  eskalierendes Bastelreich sehr schöne Sachen machen kann, also sollte es auch mit nur neun Fingern klappen.

Der Tag fing tatsächlich sehr vielversprechend an, Mini-T. schläft bis acht. Herr T. hat Rufdienst, aber zum Wochenende bleibt es schon ab und an mal ruhig, das lässt hoffen.

11:30 Uhr. Nach Frühstück und bissl Haushalt gelangt Frau T. tatsächlich ins Bastelreich und schafft erst mal Platz. Dringend nötig, denn die Deko fürs Demotreffen nimmt schon Überhand.

12:30 Uhr: Herr T. bringt Mini-T. zum Mittagsschlaf ins Bett und bleibt noch bisschen daneben sitzen, weil’s Kind so unruhig ist.

12:50 Uhr: Mini-T. ist endlich gerade am Wegdösen, da klingelt’s Telefon. Olé olé Rufbereitschaft. Da war ja noch was. Herr T. muss los und zwar sofort. Flitzt also elfengleich raus aus dem Zimmer, merkt „Mist, Babyphon vergessen“, schleicht nochmal rein, schwups Mini-T. wieder munter und schaut ihn mit großen Augen an, frei nach dem Motto ey was soll das denn bitte, du bleibst fei schön da?!

12:51 Uhr: Herr T. eilt die Treppe runter, Frau T. hoch, vielleicht ist der Mittagsschlaf ja noch zu retten.

12:52 Uhr: Frau T. betritt das Kinderzimmer, im hintersten Eck des Bettchens sitzt ein verstörtes Mini-T. mit zwei dicken Krokodilstränen in den Augen und versteht so gar nicht, warum Papa aus dem Zimmer schoss.

13:20 Uhr: Mini-T. tourt immer noch völlig aufgekratzt und inzwischen gänzlich übermüdet durchs Bett. An Schlaf ist nicht zu denken.

13:40 Uhr: 84 Runden Lalelu, Schlaf Kindlein Schlaf und der Mond ist aufgegangen sieht Frau T. ein, dass das alles definitiv keinen Sinn hat und das Kind sich wohl nur im großen Bett mit Mama kuschelnd so runterfahren lässt, dass es endlich einschlafen kann. Just in dem Moment klingelt es an der Tür. Frau T., innerlich längst latent genervt weil das aufgekratzte Kind nur am Knibbeln und Kneifen ist, statt zu schlafen, ignoriert das Klingeln und schält Mini-T. sachte und betont ruhig aus dem Bett. Bloß das Genervtsein nicht auch noch übertragen. Es klingelt wieder. Diesmal länger. Gott verfl… wie kann man so penetrant sein, wenn alle Rollladen zu sind, kein Auto vor der Tür steht und beim ersten Mal schon niemand aufmacht. Egal. Ignorieren die Zweite! Frau T. schleicht mit dem völlig übermüdeten aber zappeligen Mini-T. über den Flur Richtung Elternschlafzimmer, kommuniziert nur flüsternd, da klingelt es zum dritten Mal. Und zwar Sturm. Ja kack doch die Wand an!

Mit dem Mini-T. auf dem Arm wie Schluck Wasser in der Kurve, stürzt Frau T. die Treppe runter, denn bei drei mal Klingeln und dann noch Sturm ist ja vielleicht wirklich was ernstes in der Nachbarschaft passiert. Denkste. Sie reißt die Tür auf, steht ein Hermesfahrer auf der Matte und drückt ihr wortlos ein Paket entgegen. Kurz überlegt sie, ihm einfach seinen Scanner überzubraten. Nicht zuletzt weil Hermes inzwischen vier mal eine Abstellgenehmigung erteilt bekommen hat, seit sie aber die Tour auf Fahrer ohne jegliche Form von Deutsch in Wort geschweige denn in Schrift umgestellt haben, könnte man es höchstens noch mit Wandmalerei über der Klingel versuchen, aber selbst dann würde es wohl nicht klappen, dass die Päckchen am vereinbarten Ort abgelegt werden.

Das Mini-T. hat inzwischen Ringe unter den Augen mit denen man einen 40Tonner bereifen könnte zeitgleich aber auch die Herzfrequenz eines tachykarden Eichhörnchens auf Speed. Also schnauzt Frau T. den Typen kurz an, dass einmal klingeln echt reicht (nicht, dass er was verstanden hätte), schnappt das Paket, wirft die Tür zu und begibt sich endlich ins Schlafzimmer.

Kind ins Bett, Licht aus, Lalelu summend denk ich noch, „jetzt aber endlich“, da strömt eine zarte Duftnote aus dem Kinderschlafsack. Frau T. möchte ko… schreien. Kack doch die Wand war doch nur sinnbildlich gemeint!!!

13:50 Uhr: Mini-T. liegt nach erfolgreicher Unterbodensanierung wiedermal im Bett, Frau T. daneben, inzwischen beide mit einer Herzfrequenz, die ins Unermessliche geht. Mini-T. weiß vor Müdigkeit nicht mehr, wo oben und unten ist, wirft sich hin und her, will kuscheln, zeitgleich aber nicht angefasst werden und hat es am allerschwersten von allen Mini-Ts, die es je gab und je geben wird. Halte durch Frau T., halte durch! Ruuuuuuhig, ruuuuuhig….da grummelt sein Magen.

Hatte der Wicht wieder Hunger! War so klar, wo unten was rauskommt muss unmittelbar oben wieder aufgefüllt werden, sonst könnte man ja augenblicklich verenden.

Im Sinne des Kinder- und Jugendschutzgesetzes gebe ich jetzt hier nicht wieder, was mir in dem Moment aus dem Mund schoss. Aber sagen wir mal so, hätten wir einen Kitaplatz, hätte es passieren können, dass wir bei der Leitung hätten vorstellig werden müssen, weil das Mini-T. plötzlich einen äußerst fragwürdigen Wortschatz an den Tag legt.

Kürzen wir das Ganze ab: Mittagsschlaf gab es nach etlichen beidseitiger Aus- und Zusammenbrüchen schließlich um 16:30 Uhr, das allerdings auch nur mit konstantem Händchen Halten und wehe es bewegte sich auch nur im Umkreis von 10 km etwas. Jedem Elternteil dürfte klar sein, was diese Uhrzeit für den weiteren Verlauf des Abends bedeutete: nämlich Feierabend erst kurz vor 23 Uhr, dafür aber mehrere theatralische Anfälle und Blitzgrätzattacken deluxe, zugegebenermaßen auch beiderseits. Zur Krönung war der Papa zwar mehrfach wieder zu Hause, aber just wenn er sich zum Mini-T. gesellte, tönte das Telefon wieder und er musste wieder Knall auf Fall los, was zum Seelenfrieden des Mini-Ts. nichts, aber auch gar nichts beitrug.

Tja. Und genau so kann es also passieren, dass man für eine „nur gestempelte“ Karte weit über 10 Stunden benötigt und sich nach Fertigstellung gerne erleichtert weinend alternativ auch apathisch wippend ins Eck legen möchte. Aber hey, ich hab’s geschafft, es war zwar das letzte was ich an dem Tag tat, aber ich hab’s geschafft.

Und wehe es sagt jetzt einer, sie sei nicht schön, dem muss ich dann leider leider mitteilen, dass ich heute emotional sehr nah am Mittelfinger gebaut bin.

Bloghop Inspiration & Art Weihnachten 2016 puenktchenstempel.de

Ach hatte ich erwähnt, dass ich auch noch zwei komplette Dosen Embossingpulver und einmal Pailletten aus den Dielen fischen durfte?

„Ich weiß jetzt auch nicht wie das passiert ist, Mama, ich saß ganz ruhig auf deinem Schoß und hab zugeschaut, wie du stempelst und dann sprangen die Pailleten ganz von alleine wild durch die Gegend“,  so oder so ähnlich wollten mir die großen klimpernden Augen, der schräg gelehnte Kopf und das weiche, melodiös dahingesäuselte „Mammma“ das Szenario wohl erklären.

Falls also beim Öffnen des ersten und zweiten Adventspäckchen ein Paillettenplatzregen passiert: genau so ist er in die Päckchen hineingelangt.

Adventsverlosung

Womit ich auch gleich zur Auflösung der 1. Adventsverlosung komme. Gewonnen hat die liebe Jule. Herzlichen Glückwunsch, ich hoffe, du freust dich und die Sachen gefallen dir!


Vielen herzlichen Dank auch für die lieben Worte! Der Dank geht natürlich nicht nur an die Gewinnerin sondern an alle, die sich die Zeit genommen haben, mir ein paar Worte dazulassen, und sei es nur, um in der Lostrommel zu landen 🙂 denn so schön das Bloggen auch ist, wirklich lebendig wird es erst mit Kommentaren und Feedback und dann weiß man wieder wofür man sich die „Arbeit“ antut.

Womit wir auch gleich schon bei der zweiten Runde Geschenkepost wären, denn auch zum heutigen zweiten Advent gibt es wieder die Chance, ein schönes Päckchen unter den Baum zu bekommen.


Die Spielregeln sind die gleichen, wie letzte Woche. Ihr lieben Leser, macht euch durch einen Kommentar sichtbar, sei es auf dem Blog oder bei Facebook oder auf den sonstigen Kanälen und am Ende der Woche entscheidet das Los, wer von den in Erscheinung getretenen Lesern sich über Post freuen darf.

So meine lieben, die Materialliste zur Karte reiche ich noch nach. Nach der Schilderung meines Tages ahnt ihr nämlich vielleicht schon, dass dieser Beitrag unter der Bettdecke am Handy getippt wurde und das Einfügen der Materialliste somit ein mittleres Desaster wäre. Schaut einfach im Verlauf des Tages nochmal rein oder schreibt mich an, wenn etwas nicht klar sein sollte.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß bei den restlichen Koleginnen. Falls jemand Jenni Pauli in der Liste vermissen sollte, sie hat das Bloghopteam kürzlich verlassen, so dass wir erstmal nur zu siebt sind.

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Viel Spaß bei den Mädels

Nachtrag:

Hier noch die Materialliste:

Die rosane Glanzfolie im Hintergrund, ist lediglich unser silbernes SU-Papier, das ich mit einem rosafarbenen Alkoholmarker wie z.B. Copics oder unsere früheren Stampin‘ Blendabilities angemalt habe. Was farblich nicht passt, wird passend gemacht.

Ah und ich wurde gefragt, wie ich die dunkleren Kreise im Hintergrund gemacht habe. Das ist der mittlere Kreis aus dem Stempelset Twinkle Trees, ich habe ihn nur nicht fest aufgedrückt sondern nur ganz leicht und „unsauber“ abgestempelt 🙂