Archiv für Aus der Küche

Pin der Woche: Oreo Macarons

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

im Zuge meines Vorhabens, wieder öfter zu bloggen, habe ich mir etwas überlegt. Es ist leider nach wie vor völlig illusorisch, dass ich es drei, viermal die Woche an den Basteltisch schaffe, ein schönes Projekt werkel und dann noch die Zeit finde, anständige Fotos davon zu machen und diese dann auch noch zu verbloggen. Meistens sieht es nämlich so aus, dass das fertige Projekt unmittelbar ohne Umwege, sozusagen SOFORT in den Besitz des Bestimmers übergeht. Ihr kennt das Szenario wohl alle: „Hast du zufällig noch ne Geburtstagskarte? Ich bin grad auf dem Weg zur Post/Arbeit/Sport und xxx hatte doch gestern Geburtstag“.

Öhm ja. Gemacht ist das Ding meist schnell, aber dann ist die Speicherkarte der Kamera unauffindbar, der Akku leer oder sonst irgendwas und schwups ist wieder kein Foto entstanden, bevor das Kärtchen unwiederbringlich im Umschlag verschwindet und der Blog wieder einmal mehr still vor sich hin verweilt.

Das möchte ich ändern.

Denn hinter den Kulissen hat man ja doch zig Ideen und Vorhaben, die es noch umzusetzen gilt und an denen möchte ich euch teilhaben lassen.

Ab sofort werde ich mich bemühen, euch mindestens alle 14 Tage einen/mehrere (?) „Pin der Woche“ vorzustellen. Das muss nicht zwingend etwas kreatives sein, aber halt irgendwas, das mich auf Pinterest so angesprungen hat, dass ich es euch zeigen möchte.

Diese Woche sprangen mich diese unfassbar lecker aussehenden Oreo Macarons an:

Oreo Macarons
Das Rezept findet ihr in englischer Sprache auf http://ohsprinkles.com/2016/02/oreo-macarons/

Zutaten Oreo Macarons

  • 100 Gramm gemahlene Mandeln
  • 100 Gramm Puderzucker
  • 100 Gramm feinster Zucker
  • 2 x 40 Gramm Eiweiß (entspricht Größe L)
  • 37,5 ml Wasser
  • Graue Lebensmittelfarbe (bei Macarons bevorzugt Paste oder Pulver)
  • Zerbröselte Oreos

Für die Füllung

  • 60 Gramm weiche Butter
  • 150 Gramm Puderzucker
  • 2-3 zerbröselte Oreos
  • 3-4 Esslöffel Milch
  • 3-4 grob gehackte Oreos für die Mitte der Füllung (zum Schluss wenn die Macarons befüllt sind, einfach ein bisschen davon in die Mitte der Füllung geben für den extra Crunch)

Zur Herstellung von Macarons gibt es ganze Abwandlungen, die letzen Endes aber immer auf dem gleichen Prinzip beruhen: selbst ausprobieren, bis es passt. Kein Backofen backt gleich, kein Mensch rührt gleich. Lest euch einfach das Rezept auf der Seite durch und wenn ihr nicht weiterkommt, würde ich euch raten, youtube aufzusuchen. Dort gibt es zig Anleitungen auch auf Deutsch, so dass sicherlich eine dabei ist, die auch bei euch perfekte Ergebnisse hervorbringt.

Lasst es euch schmecken.

Bye

Nadine

Burg Wilenstein und die Erdbeermousse

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

der neue Stampin‘ Up! Katalog ist bereits ganze 9 Tage alt, der DHL-Mann hat mir vor Tagen mein Päckchen mit dem ganzen neuen Spielzeug auch vorbildlich pünktlich zum Frühstück in die Hand gedrückt und dann…dann musste ich es tagelang unausgepackt anschauen, weil einfach keine Zeit zum damit Spielen blieb.

Die Krux des Sommers! Geburtstage, Hochzeiten, Veranstaltungen, Gartenpflege, Spielplatz…jeder Sonnenstrahl wird genutzt zum draußen Sein und der Schreibtisch fristet ein Leben in jämmerlicher Vernachlässigung. Ok, das ist gepflegtes Jammern auf sehr hohem Niveau, denn wir können uns glücklich schätzen, dass wir überhaupt Sonnenstrahlen haben und nicht wie größere Teile der Umgebung von sintflutartigen Regenergüssen weggespült wurden. Aber ein bisschen mehr Zeit zum drinnen Verkrümeln fände ich dennoch sehr schön.

Ein paar wenige neue Sachen habe ich natürlich trotzdem bereits ausprobieren müssen, da war die Neugierde dann doch einfach zu groß! Während also Mini-T. in seinem Laufstall lautstark seinen Unmut über das unmenschliche Vorenthalten des Spielplatzes kund tat, kurbelte ich in Windeseile ein paar neue Stanzformen durch die Big Shot und war glücklich. Taub zwar, aber glücklich. Ein Träumchen!! Diesmal kommt mein Stanzformenfetisch wirklich komplett auf seine Kosten!

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Nun müssen die Einzelteile nur noch zu Projekten verarbeitet werden und schon kann ich euch wieder ein bisschen was zeigen.

Wer noch kein Exemplar des neuen Kataloges hat, kann sich hier eintragen und bekommt ihn dann zugesandt. Ich möchte nochmal dran erinnern, dass ihr euch im Juni für Bestellungen ab einem Bestellwert von 350 € zusätzlich zu den 10 % Shoppingvorteilen noch Gratisware im Wert von 35 € aussuchen könnt, was bei den unzähligen neuen „MUSS ICH HABEN-Teilen“ definitiv sehr gelegen kommt! Welche Teile das bei mir sind, darüber gibt es im Bälde mehr: sobald wieder Luft ist, werde ich euch ausgiebig mit Beispielen versorgen.

Burg Wilenstein

Aber erst mal ein mini Reisebericht für euch. Letztes WE haben wir mit Freunden auf Burg Wilenstein in der schönen Pfalz verbracht. Eine Burgruine hinter Kaiserslautern, die zum Jugendheim/Landschulheim umfunktioniert wurde. Schöne Burg, schöne Landschaft, schöne Gegend, nur für meinen Geschmack etwas zu viel Schullandheim, denn der Burgcharakter ist leider wirklich nur noch von außen erhalten. Was das „liebevoll instandgesetzte“ Innenleben angeht, muss ich gestehen, dass es mich persönlich eher an den Koloss von Prora erinnert hat als an eine sanierte Burg. Nicht, dass ich da jemals drin gewesen wär, aber zumindest stelle ich mir Prora so vor, zumindest den Teil, der nicht in eine Jugendherberge umgewandelt wurde. Das mag aber vor allem am ausgeklügelten Farbkonzept liegen, hellbraune Stockbetten mit grauen Gummimatratzen neben beige-grünen Spinten vor gelb-braunen Fliesen. Olé olé.

Burg Wilenstein

Gut, es gab noch einen Rittersaal, den habe ich mir zugegebenermaßen nur rudimentär angeschaut, vielleicht war dort das Burg-Feeling deutlich mehr erhalten, aber dazu kann ich mich nicht äußern, da ich überwiegend damit beschäftigt war, das Mini-T. im Erdgeschoss vom eiskalten, feuchten (hey, DA ist das Burgfeeling!) und den Trilliarden Fliegen fernzuhalten.

Aber wir hatten Glück, bis auf wenige Schauer am Vormittag hielt das Wetter überwiegend und so konnten wir nach draußen an den Grillplatz und uns an den Burgmauern aufwärmen, denn draußen war es tatsächlich deutlich trockener und wärmer als im Aufenthaltsraum, der mehr so ein feuchkaltes Kellerloch war….vielleicht der ehemalige, jetzt gelb-braun geflieste Burggraben? Dafür war aber die Landschaft drum herum supertoll. Der Pfälzer Wald hat auf jeden Wall ein paar traumhafte Ecken zu bieten und sobald das Wetter mal stabiler ist, werden wir sicherlich noch den ein oder anderen Ausflug dorthin unternehmen, allerdings dann eher mit Übernachtung auf den Matratzen der Casa T.

Fazit des Burgaufenthaltes: Kann man machen, muss man aber nicht wiederholen.

Die Erdbeermousse

Wie meistens auf Grillfesten war Frau T. auch diesmal wieder für das Dessert verantwortlich. Nicht immer so einfach, denn nach ausgiebigen Grillfleischorgien ist einem meist eher nach sterben als nach Dessert. Aber trotzdem habe ich es mir nehmen lassen, eine Erdbeermousse zu machen.

Ich weiß, man lobt sich nicht selbst, aber sie war fantastisch und wird eindeutig ins Lieblingsrepertoire aufgenommen. Sie war so lecker, dass ich trotz gepflegter Grillorgien-Gastritis auch am Tag drauf nicht die Finger davon lassen konnte. Vernunft sieht anders aus, aber man lebt ja nur einmal.

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Hier also das Rezept für ca. 8 Leute

  • 500 Gramm Erdbeeren
  • 250 Gramm Rama Crème Fine zum Schlagen
  • 80 Gramm Puderzucker
  • 30 Gramm Sofort-Gelatine
  • 300 Gramm Joghurt 1,5 %
  • 100 Gramm Crème légère
  • 25 Gramm Zitronensaft

Zubereitung:

  • Sahne steif schlagen und kalt stellen.
  • Erdbeeren im Blender, Thermomix oder mit Suppenstab pürieren und in eine große Schüssel füllen.
  • Restliche Zutaten hinzugeben und gut umrühren.
  • Steifgeschlagene Sahne unterheben und die komplette Masse bis zum Verzehr kaltstellen.

In diesem Sinne, ob mit oder ohne Burg, lasst es euch schmecken.

Bye

Nadine

Der Küchenzuwachs

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,
mein Name ist Nadine und ich habe ein Küchenutensilienproblem! Hallo, Nadine!

Ich gestehe, ich hab es wieder getan. Und diesmal schlimmer als je zuvor. Ihr ahnt es, es gab nicht nur eine neue Backform, nein diesmal habe ich so richtig zugelangt. Dabei fing alles so harmlos an.

Es begab sich Ende September, dass Frau T. dem Mini-T. einen Pastinakenbrei kochen wollte und zu ihrem blanken Entsetzen feststellen musste: der Pürierstab hat das Zeitliche gesegnet.

Nun püriert es sich aber so schlecht ohne Pürierstab. Was also tun? Der Blick fiel auf den Standmixer. Frei nach dem Motto „will it blend?“ wurden also 800 Gramm heißer Pastinakenmampf in den Standmixer umgefüllt, Knopf gedrückt und was soll ich sagen? No, it won’t blend! Die Messer drehten zwar aber der Pastinakenmampf blieb völlig unbeeindruckt und bewegte sich allenfalls in den unteren 2 Zentimetern minimal. Na prima. Und nun bekomm das heiße Zeug da jemals wieder raus!

Schnell war klar: das ist nicht die Lösung. Nun hätte man einfach zum Elektrodealer des Vertrauens gehen können und einen neuen Pürierstab kaufen können. Aber es war Sonntag. Und Frau T. war unglücklich weil Mama im Krankenhaus. Und überhaupt arbeitet sie ja im Direktvertrieb und kennt so viele andere Direktvertriebler(innen). Und die Kitchen Aid fühlte sich auch etwas einsam. Und Brei wird sie noch geraume Zeit kochen müssen. Und überhaupt und sowieso!

Lange Rede, kurzer Sinn, keine zwei Tage später hatte sie einen Thermomix bestellt und war wieder glücklich(er). Gut, das schlechte Gewissen war da, keine Frage, aber sowas kann man ja als bekennender Küchengeräte-Junkie auch gut im Keim ersticken.

Es folgten 7 lange Wochen kalter Entzug und Gläschennahrung und dann klingelte es an der Tür!

Was soll ich sagen, es war wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einmal!

Ratzfatz war alles ausgepackt, aufgebaut und ausprobiert und ich wartete nur darauf, dass bester Ehemann von Welt nach Hause kam, um ihm das tolle Teil zu präsentieren, sah er das Ganze doch eher skeptisch. Aber happy wife, happy life und so hielt sich das Seufzen im Vorfeld sogar in Grenzen.

Dann war es soweit, er kam endlich von der Arbeit und ich strahlte ihn an. Der Blick schweifte zur Arbeitsplatte und ein „das ist das Teil also“ kam über die Lippen. Ich freute mich und ein jaaaaa schoss aus mir raus.

„Ganz schön viel Geld für ein Teil, das wie ein Pissoir aussieht“.

Pfüüü!

Das war Mitte Dezember. Seitdem musste ich ja innerlich schon das ein oder andere mal zugeben, dass eine gewisse Ähnlichkeit durchaus nicht zu verkennen sei, stritt das aber öffentlich natürlich vehement ab und tat alles, um das Ding schön zu reden!

Wie gesagt, das war Mitte Dezember. Inzwischen haben sich Mann und Thermomix aneinander gewöhnt und er bedient ihn tendenziell sogar öfter als ich. Nein, nicht was ihr jetzt denkt. Zum Kochen natürlich. Die Pissoir-Assoziation war wieder vom Tisch.

Man könnte also von einem glücklichen Ende sprechen, hätte nicht heute der DHL Mann noch einen Karton gebracht. Das neue Rezeptebuch und die Vorwerk Thermomix-Spülbürste!

Wie zum Geier soll ich DAS nachher schöngeredet kriegen??? Und wie soll ich beim Abspülen jemals wieder diese Bilder in mein meinem Kopf loswerden??

Hoffnungslos!

Bye

Nadine

Bloghop Rezeptetausch vom Demotreffen

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

ich hatte euch am Sonntag versprochen, dass wir versuchen, mehr oder minder alle Rezepte vom Demotreffen-Buffet zusammen zu tragen.

Heute und morgen soll es also soweit sein. Über meine Pestoschnecken habe ich ja bereits im Vorfeld schon berichtet, nichts destotrotz hier noch einmal das Rezept für die beiden Pestos:

Basilikumpesto

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  • 1-2 Töpfe Basilikum (je nach Geschmacksintensität)
  • 70-80 g Parmesan frisch gerieben
  • 30 g Pinienkerne
  • 70 – 80 ml Olivenöl
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • Salz

Wer eine Küchenmaschine à la Thermomix besitzt, kann alles zeitgleich shreddern, wer „nur“ einen klassischen Pürierstab hat, dem empfehle ich, erst mal alle Zutaten ohne den Parmesan zu mixen und den erst anschließend unterzuheben. Ordentlich mit Öl bedeckt und kühl und dunkel gelagert hält sich frisches Pesto ewig und drei Tage und lässt sich prima auf Vorrat fertigen.

Rotes Pesto:

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  • 1 Glas getrockene Tomaten in Öl eingelegt (Öl kommt mit ins Pesto)
  • 70-80 g (?) Parmesan frisch gerieben
  • 30 g Pinienkerne
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • ein paar getrocknete Chiliflocken
  • Salz (je nachdem, wie kräftig die eingelegten Tomaten gewürzt sind)

Beim roten Pesto kann ich zugegebenermaßen nicht sagen, wie viel Parmesan ich letztlich reingemacht habe. Ich habe alle Zutaten bis auf den Parmesan püriert und das Matschepampen-Resultat so lange mit geriebenem Parmesan aufgefüllt, bis die Konsistenz nach Pesto und nicht mehr ganz nach Babybrei aussah, wie viel das aber letztlich war, wage ich nicht mehr zu beurteilen. Statt Olivenöl verwende ich das Öl von den eingelegten Tomaten, das hat geschmacklich etwas mehr Wumms.

Beide Pestos schmecken exzellent auf frischem Brot oder auf Nudeln, für das Demotreffen habe ich sie allerdings auf fertigen Blätterteig gestrichen, den Teig wieder aufgerollt und nach bestem Können in Scheibchen geschnitten. Die Scheibchen kamen dann für ca. 25 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze in den Backofen und schmeckten frisch am allerbesten.

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Und nun folgt der versprochene Blog Hop zu den Rezepten der anderen Teilnehmerinnen, die sich erst nach und nach in die Linkytool-Liste eintragen, schaut also bitte morgen nochmal rein, einer muss ja den Anfang machen  😉

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Nachkochen.

Bye
Nadine


Morgiges Demotreffen oder die nicht ganz so hübschen Pestoschnecken

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

wie der ein oder andere vielleicht schon dem Terminplaner entnommen hat, geht es für mich morgen mal wieder in Richtung Pott zum Demotreffen. Während Herr T. also Haus und Hof hütet, muss Mini-T. ordentlich eingepackt und schallisoliert gänzlich ungefragt mit.

Das Mini-T., es ist noch nicht da und wirft schon alle jahrelangen für gut befundenen Routinen über den Haufen. Es ist nämlich so, dass der morgige Speiseplan aus einem Buffet bestehen wird, und Buffet heißt seit Jahren für Frau T.: Ich mach Dessert!

Ja Pustekuchen.

Schokoladenmousse: rohes Ei. Nee.

Amaretticreme: rohes Ei. Auch nee.

Pannacotta: 4 Stunden mäßig gut gekühlt auf der Autobahn, auch eher nicht.

Caipirinha-Crème: ♪ einer geht noch, einer geht noch rein…♪ naja, erst in ein paar Wochen wieder.

Tiramisu: nicht schon wieder…

Und so ackerte ich die für gut befundene Dessertliste durch und stellte fest, wenn meine Desserts kein rohes Ei enthalten, dann Alkohol, sind entweder nicht wirklich 370 km transportierbar, vor Ort nicht ordentlich kühlbar oder aber sie hängen mir zum Halse raus. Außerdem hatten sich schon so viele Leute in die Dessertliste eingetragen, dass ich eigentlich keine Wahl hatte…

Nu jut, muss mal was anderes her…Pestoschnecken. Klingt doch gut. Geht schnell, schmeckt lecker, kann man transportieren. Passt.

Denkste.

Grünes Pesto ist kein Akt. Das kommt hier quasi wöchentlich auf den Tisch. 1-2 Töpfe Basilikum, 70-80 Gramm frisch geriebener Parmesan, ca. gleiche Menge Olivenöl, eine dicke Knofizehe, Salz und Pinienkerne oder sonstwas nussiges, was gerade greifbar ist, nach Augenmaß. Das alles kommt bei uns in den alten stylisch oragenen QVC Butler, sozusagen mein Thermomix aus Studentenzeiten. Und schmeckt eigentlich immer. Nein, ich streiche das eigentlich. Es schmeckt immer.

Fertige Blätterteigrollen gibt es auch inzwischen in jedem noch so schlecht sortierten Supermarkt, insofern stand dem Unterfangen nichts mehr im Weg.

Nun ja, was soll ich sagen. Schmecken tun sie einwandfrei, aber wie zum Geier schaffen die ganzen Blogger-Chefkoch-Küchenfeen es nur, dass sie fertig gebacken nicht aussehen, wie hingeworfen (und nein, das ist nicht das Verb, das mir primär in den Kopf schoss….)??? Oder sehen sie gar nicht besser aus, nur ist der Photoshop-Irrsinn jetzt auch bei Pestoschnecken angekommen und kein Foto wandert mehr unretouchiert online? Ich weiß es nicht.

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Ich für meinen Teil habe den Teig mit dem Pesto bestrichen, alles aufgerollt, hab ein wirklich großes, scharfes Küchenmesser genommen. Aber keine Chance! Von Schneiden nicht die Spur, eher ein notbeholfenes Abquetschen des Teiges, das das Pesto zu allen Seiten rausquellen lässt…

Nun gut dachte ich mir, vielleicht ist beim zweiten Versuch mit rotem Pesto ERST in Streifen Schneiden und dann Aufrollen des Rätsels Lösung…

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Naja. Vielleicht aber auch nicht.

Ich finde mich einfach damit ab. Geschmack geht nicht immer über die Optik. Falls aber da draußen in der weiten Welt jetzt der ultimative Pestoschnecken-Guru sitzt und sich wundert, wie dämlich man sich anstellen kann, bitte lieber Guru, verrate mir das Geheimnis, wie man schöne, aufgerollte, runde Schnecken hinbekommt, die nicht nur schmecken, sondern auch noch so aussehen, dass man sie essen möchte!

Bye

Nadine

Verwurelter – ein luxemburgisches Karnevalsgebäck

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

es gibt sie bestimmt, die traditionell luxemburgische Küche. Nur kenne ich sie nur bedingt. Was ich aber kenne ist luxemburgisches Gebäck und das ist mit Verlaub verdammt lecker. Neben den luxemburgischen Wäffelcher, die ich euch ja schon mal gezeigt habe, ist eine meiner kulinarischen Lieblingstraditionen das Backen von Verwurelter zu Fasching. Nein, ich hab mich nicht vertippt, die Teile heißen wirklich so. Übersetzt mag es sowas heißen wie „Verdrehte, Verwirbelte…“ und gemeint sind damit kleine Teigknoten, die in Fett ausgebacken werden und mit Puderzucker bestreut ohne Umwege durch den Magen direkt auf die Hüften wandern.

Saulecker. Wenn ich das an dieser Stelle mal sagen darf. Die von Mama sind natürlich die leckersten, aber da Mamas gesammelter Rezepteordner aus bisher ungeklärter Ursache abhanden gekommen ist, ist seit einigen Jahren im Hause T. improvisieren angesagt.

Rezept: Verwurelter – Luxemburgisches Karnevalsgebäck

 

Man nehme:

  • 125 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 3 Eier
  • 125 g Sahne
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Backpulver (es gibt auch Rezepte mit Hefe, aber ich mag die mit Backpulver lieber)
  • Ein gutes halbes Kilo Mehl.

Nun gibt es bestimmt wieder minutiöse Anleitungen, wann man welche Zutat mit welcher Temperatur zuerst vermischt, bei mir sieht das so aus, dass ich alles zusammen in die KitchenAid Schüssel bugsiere und so lange kneten lasse, bis der Teig ordentlich vermischt ist. Die Menge an Mehl ist schwer variabel. Der Teig soll sich ohne zu kleben ausrollen lassen, soll aber auch nicht zu fest sein. Das ist gerne mal eine Gratwanderung.

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Von Oma/Mama habe ich gelernt, dass der Teig flach ausgerollt wird und dann in kleine Streifen geschnitten wird, um diese anschließend zu dünnen Strängen zu rollen und einen Knoten draus zu formen. Ich gebe zu, das habe ich nur für’s Foto gemacht. Ich persönlich mach einfach eine walnussgroße Portion vom Teig ab und rolle die, wenn der Teig dann noch zu sehr klebt, als dass man einen Knoten reinbekäme, einfach die Rolle nochmal mit Mehl bestäuben und dann klappt das schon.

Das sieht dann in etwa so aus:

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In der Zwischenzeit kann man schon die Friteuse anwerfen oder aber auch Fett in einem Topf schmelzen. Jetzt kommt die größte Hürde: die Temperatur vom Fett. Die T.sche Friteuse hat nämlich das Zeitliche gesegnet und somit ist beim Fett eher grobes Raten angesagt. Das Fett sollte so zwischen 180 und 200 Grad warm sein, denn wenn es nicht warm genug ist, saugen sich die Teilchen derart voll, dass man noch Tage später was davon hat, ist das Fett aber zu heiß, werden sie zu schnell braun und sind innen noch nicht durchgebacken.

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Und bitte bleibt beim Topf stehen, denn der Grat zwischen „oh gut“ und „mist, schwarz“ ist sehr schmal.

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Ich lasse sie ein wenig auf Küchenkrepp auskühlen und bestäube sie dann direkt mit Puderzucker bevor sie ganz kalt sind. Über die Haltbarkeit kann ich leider nichts sagen, denn länger als einen Tag haben sie noch nie überlebt.

Und da heute schon der letzte Termin vom Schwangerenschwimmen ist, dachte ich, nehme ich den Mädels doch zum „Abschied“ ein paar von den Scheißerchen mit. Ist ja nicht so, als ob nächste Woche der Folgekurs schon begänne, aber dann kann man das Hüftgold praktischerweise gleich wieder abtrainieren.

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Unfassbar, ich habe tatsächlich Verwendung für den Stempel „Helau und Alaaf“ aus dem Set Eins für alles gefunden! Ansonsten gab’s nur ein paar kleine Fähnchen, die in wenigen Sekunden mit einfachen Papierstreifen und der Stanze Wegweiser gefertigt sind. Einfach aber wirkungsvoll, denn nach dem Backen blieb jetzt nicht mehr viel Zeit.

Ich hoffe trotzdem, den Mädels gefällt’s und vor allen Dingen schmeckt’s.

Produkte aus dem Jahreskatalog erhältlich bis 30.06.2015, Produkte aus dem Frühjahr-/Sommerkatalog erhältlich bis 02.06.2015

So und nun geht’s ab zum Planschen.
Bye
Nadine

Mango-Smoothie oder öfter mal was Gesundes

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

Lebkuchen, Spekulatius, Marzipankartoffeln, Printen, Schokonikoläuse…die Weihnachtssaison hat noch gar nicht richtig angefangen und ich kann schon nicht mehr! Zugegebenermaßen bin ich selber schuld, ich komme ja bereits seit Anfang August nicht mehr am Lebkuchen vorbei. Wobei genaugenommen bin gar nicht ich schuld, sondern Lebkuchen Schmidt und TNT Express.

Frau T. hat nämlich einige Jahre im Büro der TNT gearbeitet, was unglücklicherweise in Riechweite der Produktionsstätte von Lebkuchen Schmidt gelegen war. Um ehrlich zu sein, mochte ich als Kind Lebkuchen nicht mal. Ich fand das irgendwie pappig und wuäh und dann waren die ja auch immer noch mit so viel Schokolade überzogen, meistens auch noch schwarze! Neeeee!

Und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Ich zog nach Nürnberg und fand einen Job in der Nähe einer Lebkuchenfabrik. Das per se ist ja nicht schlimm, wenn man aber, wie ich, nichts hört und nichts sieht, kompensiert im Laufe der Zeit die Nase die restlichen fehlenden Sinne. Selbst, wenn die Windrichtung ungünstig stand, vernahm ich also 5 Jahre lang jeden Abend den lieblichen Duft einer Mischung aus Nelken, Kardamom, Zitronat, Orangeat, Koriander und Muskat. Keine zwei Monate später fühlte ich mich wie der Pawlowsche Hund. Und zwar auf Entzug, schlimmen, schlimmen Entzug. Sozusagen Cold Turkey Deluxe mit Sternchen.

Das Problem lag nämlich darin, dass ich zwar sehr wohl das ganze Jahr über mit Lebkuchengeruch eingenebelt wurde, nicht aber das ganze Jahr über Lebkuchen zu essen bekam! Man stelle sich das vor: Monatelang sitzt man in einer herrlich duftenden Wolke frischem Lebkuchengebäcks, das keine 500 Meter entfernt kiloweise, ach was sag ich, zentnerweise mit zarter Zuckerglasur umhüllt nur darauf wartet, verzehrt zu werden und man weiß, man kommt nicht ran! Denn vor Ende August ist auch in Nürnberg kein Lebkuchen aufzutreiben. Erst recht nicht um 23 Uhr im Großraumbüro eines Paketdienstes. Man kann sich also vorstellen, was am Ende eines solchen Folter-Sommers abging als die ersten Lebküchlein das Licht des Einzelhandels erblickten: richtig, es gab kein Halten mehr! Selbst heute, 11 Jahre später, komme ich nicht dran vorbei, keine Chance! Das Trauma sitzt zu tief.

Die ersten Wochen ist dann auch alles hübsch, spätestens aber Mitte/Ende November ist der Zuckerpegel auf einem Level, das selbst bei hartgesottenen Profi-Lebkuchenfetischisten besorgniserregend ist. Kurzum: es muss mal wieder was Gesundes her!

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Nun reißt sich so eine Lebkuchenpackung aber viel schneller auf, als man was gesundes zubereiten kann, deswegen gibt es im Hause T. seit Wochen den Notfall-Smoothie auf Vorrat.

5 frischgepresste Orangen, 1 reife Mango, 1 reife Banane und 150 g Naturjoghurt werden morgens püriert und in den Kühlschrank gestellt. Wenn der Zuckerjieper also wieder droht, Überhand zu gewinnen, ist ratzfatz ein Glas davon ausgeschenkt und verzehrt und alles wieder im grünen Bereich. Nicht nur ist so ein Smoothie durchaus gesund, sondern auch noch saulecker und da ich ihn ohne Bedenken auch mal nen Tag länger im Kühlschrank stehen lassen kann, ist auch an Tagen von wenig Zeit die Gefahr, doch wieder in ein Lebkuchenscharmützel zu verfallen  um einiges gesunken.

Bye

Nadine

 

 

Der Käsekuchen, der kleine Mädchen verzückt

Liebes Saarland und Reste vonne Welt,

wer schon nicht bastelt muss wenigstens essen und somit gibt es heute eine weitere Folge „was T’s. so als Nachtisch essen“.

Zugegebenermaßen kommt im Hause T. im Alltag so gut wie nie Dessert auf den Tisch, aber zu Geburtstagen, Grllfeiern, Events oder sonstiger Treffen hat es sich eingebürgert, dass ich mich um Nachtisch kümmere…liegt mir auch deutlich mehr als kochen.

Im gestrigen Falle war das Servieren von Kaffee und Kuchen aber Besuch geschuldet und aufgrund akuten Mittagsschlafbedarfs meinerseits fiel zugegebenermaßen das Backen spontan dem Herrn des Hauses zu. Mein Verdienst war lediglich, das Rezept vor Jahren ins Heft geklebt zu haben…

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Das Urteil unserer eigens einbestellten zweijährigen Testesserin fiel eindeutig aus und sowohl Käsekuchen als auch Herr T. wurden für gut befunden. Denn wie sich im Laufe des Tages herausstellte, geht Liebe nicht nur im zweistelligen Alter durch den Magen, nein, es führt auch im einstelligen Bereich dazu, dass alle frühkindlich erworbenen Flirtregister gezogen werden.

Hier nun also das Rezept, das zu verzückten großen blauen Kulleraugen führte:

Käsekuchen
  • 150 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 290 g Zucker (65 g, 175 g, 50 g)
  • 65 g Butter
  • 4 Eier (M)
  • 500 g Magerquark
  • 150 ml Öl oder zerlassene Butter
  • Saft von 1 Zitrone
  • 1 Päckchen Puddingpulver Vanille
  • 1/4 l Milch
  • 1/4 l Sahne
  • 1 Fläschchen Butter-Vanille-Aroma
  • eventuell 2 EL Puderzucker

Für den Teig mischt man als erstes das Mehl mit dem Backpulver und gibt 65 g Zucker und die Butter in Stückchen dazu. Durchkneten geht vermutlich mit dem Knethaken am besten, bei mir wandert aber wie üblich alles zusammen in die Kitchen Aid. Wenn der Teig eine glatte, geschmeidige Konsistenz hat, kommt er für 30 Minuten zugedeckt oder in Frischhaltefolie in den Kühlschrank.

Dann ist die Füllung an der Reihe. Hierfür verrührt man den Quark, das Öl, 175 g Zucker mit dem Zitronensaft. Dann werden zwei Eier getrennt und das Eiweiß beiseite gestellt. Puddingpulver, Milch und Sahne, Aroma, ein ganzes Ei und zwei Eigelbe verrührt man anschließend mit der Masse , was zu einer sehr flüssigen Angelegenheit wird, aber das passt schon so.

Dann lege ich den Boden einer 26 cm Springform mit Backpapier aus, fette den Rand und verteile den Mürbeteig darauf. Laut Herr T. war die Menge des Teiges nicht ausreichend für einen gescheiten Rand und er musste nochmal nachlegen, ich kann mich aber ehrlich gesagt nicht mehr dran erinnern, ob mir das beim letzten Mal auch so ging. Ist schon eine Weile her, dass ich den Kuchen selbst zuletzt gebacken habe und ich bin ja sehr konsequent darin, zu vergessen, Korrekturen ans Rezept dazuzuschreiben.

Auf jeden Fall kommt im Anschluss die Quarkmasse auf den Teig und wird im vorgeheizten Bachofen bei 175° Ober/Unterhitze oder aber bei 150° Umluft für ca. eine Stunde lang gebacken.

Die beiden beiseite gestellten Eiweiße werden dann noch zusammen mit den restlichen 50 g Zucker zu Schnee geschlagen und kommen am Ende der Stunde Backzeit auf die Masse drauf. Das Ganze zusammen wird dann nochmal für ca. 10 Minuten bei gleicher Temperatur in den Ofen geschoben.

Wenn der Kuchen fertig ist, muss man ihn noch eine ganze Weile gut auskühlen lassen. Er schmeckt zwar durchaus auch lauwarm, aber für meinen Geschmack ist er dann noch ein wenig zu flüssig. Außerdem entstehen beim Abkühlen erst die coolen Perlen auf dem Eischnee: schmecken lecker und sehen zu dem noch toll aus!

Wer möchte, kann noch Puderzucker drüber streuen, ich persönlich lasse das aber bleiben.

Üblicherweise stehe ich ja überhaupt nicht auf Puddingpulver und ähnlichen Fertigdreck in Kuchen bzw. in Essen allgemein, das verstößt nämlich gegen all meine Back- und Kochprinzipien, aber in diesem speziellen Fall, habe ich es einfach noch nicht geschafft, auszuprobieren, wie das Resultat ohne wird, werde aber beim nächsten Versuch das Pulver durch 50 g Grieß und Vanillezucker ersetzen, und schauen, ob die Masse damit auch fest wird.

Guten Hunger und ein schönes Wochenende.

Bye

Nadine

Aus der Versenkung oder Omas Waffel Rezept

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

ihr seid ja total lieb! Da ist auf dem Blog 2 Wochen Funkstille und schwupps häufen sich die Anfragen, ob im Hause T. alles in Ordnung ist, oder ob man sich Sorgen machen muss. Seid beruhigt, es ist alles hübsch. Aber sehr schön zu wissen, dass Familie T. nicht wochenlang verwesend im Hause liegen kann, ohne dass es jemanden auffällt 🙂

Zur allgemeinen Beruhigung: diverse kleinere Zimperlein haben die letzten zwei Wochen abwechselnde Teile des T.schen Haushalts alternativ ans Bad oder ans Sofa, gefesselt. Zwar alles Zimperlein der Kategorie „wuäh, braucht kein Mensch“, aber nichts, was ernsthaften Grund zur Sorge bieten würde. Einzig steht mir derzeit weder der Sinn so richtig nach Basteln noch nach Bloggen, sondern mehr nach Ofen zündeln, Teechen kochen, in Decke gehüllt auf dem Sofa lümmeln und den Kindle an seine Leistungsgrenze bringen. Gut, ich gestehe, zwischenzeitlich gab es sogar diverse Momente von Assi TV, aber ganz ehrlich, so angeschlagen kann man gar nicht sein, dass man das auf Dauer aushält.

Dann doch lieber Omas Rezepte aus der Versenkung holen und schauen, ob das gute alte Waffeleisen den Dienst noch tut.

Ich verkünde voller Stolz: es tut den Dienst noch! Und da ich vor Monaten bereits der lieben Kerstin versprochen haben, ihr meine Lieblingsdessert-Rezepte zu mailen und es immer noch nicht getan habe (Schande über mich), hier schon mal ein kleiner Anfang zur Versöhnung:

Oma Annas Waffelrezept – Luxemburgische „Wäffelcher“

An dieser Stelle muss ich mal wieder ein wenig sprachliche und kulturkulinarische Aufklärung betreiben. Luxemburgische Wäffelcher sind keine deutschen Waffeln. Luxemburgische Wäffelcher sind hauchdünn, aufgerollt und knusprig und werden in einem anderen Waffeleisen hergestellt, als deutsche Waffeln. Deutsche Waffeln heißen in Luxemburg Eisekuchen, sind deutlich dicker und meist leider nicht knusprig, weil entweder Erdbeeren, Schlagsahne oder beides drauf liegt. Außerdem sind sie in der Regel rechteckig und keine 5 aneinanderliegende Herzchen, wie es in Deutschland üblich ist. Von diesen Waffeln ist also hier nicht die Rede, hier geht es um dünne, knusprige Hörnchenwaffeln aus solch einem Waffeleisen:

DSC_2003Man benötigt also:

  • 5 Eier
  • 250 g Zucker
  • 250 g Butter
  • 500 g Mehl
  • 1/2 L Milch
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Pck. Backpulver
  • 1 Schuss Rum

Die Oma-Variante ging so: Eier verquirlen, mit Zucker und Butter schaumig schlagen, Vanillezucker und Rum hinzugeben. Anschließend Mehl und Backpulver unterrühren bis der Teig klebrig ist, anschließend mit der Milch glatt rühren.

Die T’sche Variente geht so: schmeiße alles mit Liebe in die Kitchen Aid und verquirl es auf Stufe 2 bis das Waffeleisen warm ist. Geschmacklich nimmt es sich nichts und beide Varianten sind über die Jahre für gut befunden worden. Einzig wenn man den liebevoll über Wochen und Monate gesammelten Kaffeekränzchen-Zucker von Mama zum Backen nimmt (was bezahlt ist, geht schließlich mit) und feststellt, dass Papa („ich war das nicht, mir würde sowas NIE passieren!“) beim Öffnen der Zillionen Zuckerbeutelchen auch das ein oder andere Salztütchen mit in die Zuckerdose gerieselt hat, dann weicht der Geschmack leicht ab.

Der weitere Verlauf ist recht einfach: einen Esslöffel Teig auf das heiße Waffeleisen geben (meins muss nicht noch extra eingefettet werden, aber das liegt wohl am Eisen), zuklappen und warten bis der Teig goldgelb ist. Die Waffeln sind sehr dünn, insofern ist der Grat zwischen „gut“ und „oh, Röstaromen“ leider sehr schmal, insofern lieber einmal zu oft schauen, als dunkelbraunen Feinstaub zu produzieren.

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Wenn man eine Eistütenform haben möchte, empfiehlt es sich, ein Holz- oder Plastikhorn zum Aufrollen zur Hilfe zu nehmen, es geht natürlich auch per Hand, aber ohne Opas Holzhacker-Hornhaut an den Fingerkuppen ist das doch ein wenig, wie soll ich sagen, aua. Die Waffeln müssen nämlich noch heiß direkt auf dem Eisen gerollt werden, sonst brechen sie sofort. Aus Platzgründen kann man sie aber auch einfach flach lassen. Hätte ich mal tun sollen, wie ich später feststellte.

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Laut Omas Angabe ist das Rezept für 6 „Portionen“. Nun, wenn 6 gestandene Männer seit früh um 4 Uhr die Ernte eingetrieben haben und den ganzen Tag außer Grashalmen und Kautabak nichts zwischen die Zähne bekommen haben, dann vielleicht ja. Wir neumodische Normalsterbliche, die den ganzen Tag am Schreibtisch hocken und regelmäßig frühstücken, mittagessen und abendessen und solche Waffeln nur mal zwischendurch naschen, benötigen für 6 Personen wohl nicht mal die Hälfte. Aber mei, in einer oder wie in diesem Fall in drei geschlossenen Keksdosen lassen sich die Hörnchen gut aufbewahren, insofern zehren wir halt die nächsten 8 Wochen noch davon 🙂

Bye

Nadine

Neue Tafel für den wöchentlichen Speiseplan

Liebes Saarland und Rest vonne Welt,

der spontane Urlaub im Hause T. ist vorbei, der Sommer scheinbar ebenso, der Winter naht und damit auch die langen dunklen Abende, sprich, statt im Garten zu wuseln wird wieder vermehrt gewerkelt und zwar als erstes ein DIY Projekt in Form einer neuen Tafel für den wöchentlichen Speiseplan.

Ich weiß ja nicht, wie es bei euch so zu Hause abläuft, aber im Hause T. wird gerne und gut gegessen und das auch in überwiegender Regelmäßigkeit. Wäre da nur nicht die leidige Planung! Die treibt mich nämlich gelinde gesagt in den Wahnsinn. Dessert, der Gang, der darüber entscheidet, ob die Gäste glücklich oder unglücklich nach Hause gehen, DAS ist meine Welt, kleine Scheißerchen, die man liebevoll dekorieren und anrichten kann….zur Not auch noch Vorspeisen, die man ja ebenso als hübsche Häppchen servieren kann, aber Hauptgerichte?? Am besten noch bestehend aus drei Bestandteilen wie zu Omas Zeiten: Fleisch, Gemüse, sättigende Beilage? Mein Grauen. In Anbetracht der Tatsache, dass es im Hause T. aber 95% der Zeit weder Vor- noch Nachspeise gibt, eine Grauen, das wirklich jeden einzelnen Tag auftritt. Und auch nach 15 Jahren mehr oder minderer Alleinherrschaft über die eigene Küche, stehe ich immer noch ratlos vor einer Regalwand an Kochbüchern, wühle mich Stunden um Stunden durch mal bunte, mal nicht so bunte Rezepte, um am Ende (meistens dann aus Zeitmangel) Herrn T. recht zu geben, dass Spaghetti mit frischem Pesto durchaus eine sinnvolle  und verdammt leckere Lösung des Problems darstellen. Zugegebenermaßen wäre meine Standardlösung eher Rinderfilet mit Maiskolben und Pommes, aber da ich ja weiß, dass Kühe das Ozonloch groß pupsen und zudem im heimischen Garten weder Rinder noch Euro-Scheine wachsen, ist dieses Gericht eher für Special Occasions vorbehalten. Gott sei Dank ist Herr T. da spontaner und manscht öfter mal aus irgendwelchen vorhandenen Komponenten was zusammen. Durchaus lecker, nur in der Regel kein zweites mal reproduzierbar, womit wir dann wieder bei der Planeungsproblematik wären.

Nun ist Ernährung per se ja schon so eine Sache. Und zwar eine, die mich seit Jahren an den Rande des Ausrastens bringt. Nicht nur, weil gefühlt alle drei Sekunden eine neue „Empfehlung“, „revolutionäre Diät“ oder „ganzheitliche Ernährungsmethode“ rauskommt, nein, auch weil alles und jeder dazu eine Meinung hat und sie unter Ankündigung, dass alle anderen sowieso falsch liegen, auch noch ständig kund tun muss. Man sollte dazu wissen, dass Frau T. seit eh und je zu den Moppel dieser Gesellschaft gehört (ist so, war so und wird vermutlich immer so bleiben) und somit von Haus aus seit Jahrzehnten in die Schublade „Fressüchtig“, „Willensschwach“ und  „Undiszipliniert“ gesteckt wird (nicht, dass jemals jemand nachgefragt hätte, wie der Speiseplan denn so aussieht oder ob es vielleicht ein anders geartetes Problem gibt), und das zumeist von Menschen, die in ihrem Leben genetisch bedingt noch nie ein Gramm zu viel auf der Waage hatten aber selbstredend Experte in puncto Gewichtsreduktion sind. (Im übrigen das gleiche völlig absurde Prinzip wie mit dem Lehrerberuf: jeder war mal in der Schule, also ist jeder Experte für Bildung. Jeder hat mal was gegessen, also ist auch jeder Experte für Ernährung).  Nun ist es aber so, dass niemand auf dieser Welt sich in seinem Leben mehr mit Ernährung beschäftigt, als Menschen, die seit Jahren zu viele Kilos mit sich rumschleppen und demzufolge eine entspannte Spontanität schlichtweg verloren haben (ausgenommen vielleicht die Teilnehmer diverser RTL-Dokus, aber ebenso wie den kompletten Sender, blende ich die an dieser Stelle einfach mal aus). Jedes noch so profane Lebensmittel wurde im Laufe des Moppel-Daseins in mindestens 5 Listen nachgeschlagen (gerne mal mit völlig widersprüchlichen Resultaten: mal super gesund, mal absolut tabu). So dass auch das letzte gesunder Menschenverstand irgendwann schreiend im Kreis lief und beschloss, dann ess ich halt, was mir schmeckt.

Summasummarum wissen Dicke nämlich sehr wohl, was sie tun oder nicht tun und ob sie es tun sollten oder nicht, es kommt nur immer auf die jeweilige „Liste“ an, nach der sie sich gerade orientieren, ob es „erlaubt“ ist oder nicht. Was aber immer und überall gilt, ist, dass jeder Spruch, Kommentar oder noch so gut (meistens aber nicht gut) gemeinter Diät-Ratschlag von Außenstehenden auf gut Deutsch gesagt für die Füße ist, denn seien wir mal ehrlich: wenn es ein Patentrezept gäbe, hätte es definitiv schon irgendwann mal ein Dicker gefunden, die frohe Kunde in die Welt hinaus posaunt und damit das Problem im Keim erstickt. Da dies aber nicht der Fall ist, bleibt es dabei, dass mit dummen Kommentaren und Sprüchen außer einer gepflegten Trotzreaktion nichts bei rum kommt und die Kommentare dementsprechend wie bereits erwähnt, für die Füße sind. Und wenn ich Füße sage, meine ich eigentlich das Körperteil, das sich am anderen Ende derselben Gliedmaßen befindet, aber wir wollen ja Contenance und den guten Ton wahren.

Ganz zu schweigen davon, dass nicht jeder Dicke per se krank ist und auf Gedeih und Verderb abnehmen muss oder will. Denn ganz ehrlich, wenn die Lebensqualität darin bestehen soll, den Rest meines Lebens ausschließlich Grünzeug zu mümmeln und Kondenswasser von Milchflaschen zu lecken, um in eine Size Zero (Größe NULL, alleine für die Bezeichnung, gehört, derjenige, der sie erfand erschlagen) zu passen, dann entspreche ich lieber nicht einer vermeintlichen gesellschaftlichen Norm und bin ein glücklicher Mensch.

Eins, wie ich finde, der besseren Interviews bezüglich dieser Thematik habe ich hier gelesen und stimme mit recht vielen Punkten uneingeschränkt überein. Ich würde zwar durchaus gerne einfach nur auf mein Bauchgefühl hören und das essen, worauf ich gerade Lust habe, dummerweise würde ich dann aber mit meinem derzeitigen Bewegungsmangel recht zügig nicht mehr hinters Lenkrad meines Polos passen, womit wir zurück beim Essen Planen wären…oder beim Joggen, aber das hasse ich noch mehr als Essenspläne zu schreiben…

Lange Rede kurzer Sinn, wenn ich mich schon notgedrungen mit so gehassten Dingen wie Speiseplänen beschäftigen muss, dann soll das Ganze wenigstens hübsch anzusehen sein! Und da ein solcher Plan den netten Nebeneffekt hat, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden und darüber das schlechte Gewissen und die Haushaltskasse geschont werden, ziert seit heute diese Wochenspeiseplan-Tafel die T.sche Küche.

Essensplan TafelEntstanden ist die Tafel aus einem einfachen leichten Brettchen, das ich mit Tafellack eingekleistert habe, so reicht nämlich auch ein winziges Nägelchen in der Wand und ich musste nicht noch zum Schlagbohrhammer greifen. Die Einstecktaschen und Kärtchen sind aus dem gigantisch tollen Simply Created Set Wunderbare Tage aus dem Weihnachtskatalog. Ich liebe solche Sets heiß und innig und zweckentfremde sie ständig. Beim Scrappen werden die vorgefertigten Taschen sicherlich auch noch zum Einsatz kommen, die finde ich nämlich zu schön und die Klammern brauche ich sowieso ständig, ebenso wie die dicke Kordel. Ein tolles Material-Set also! „Menü“ habe ich freihändig mit dem Kreidestift aufgemalt, da mir das Stempeln mit weißem Staz-On auf dem Tafellack zu heikel war, geht ja nicht mehr so leicht ab, wenn man kleckert. Und ich kleckere oft….

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Aber freihändig ging ja auch und mit dem Endergebnis bin ich durchaus zufrieden. Nicht nur, dass ich auf einen Blick sehe, was es die Woche zu essen gibt. Dank der einschiebbaren Karteikärtchen kann ich nun nach und nach die Rezepte, die ich nicht so oft mache bzw. auswendig kenne einfach auf die Kärtchen schreiben und habe sie dann zum Kochen direkt griffbereit, ohne nochmal das Rezept aus einem Buch raussuchen zu müssen. Die Vorstellung alleine finde ich großartig. Und wenn ein Gericht mal nix taugt, kommt die Karteikarte einfach wieder weg. Vielleicht bekomme ich so mit der Zeit mal eine ordentliche Sammlung an guten Rezepten, die das Planen der Woche auch leichter gestaltet, denn ganz ehrlich: das Planen wird mir auch mit bunter Tafel keinen Spaß machen, aber wenigstens ist es hübsch anzusehen! Und wer weiß, vielleicht habt ihr ja auch noch tolle Gerichte, die mit dem Hosenbund einhergehen, trotzdem lecker sind und deren Zutaten man auch in Normalsterblichenläden und nicht nur im hinteranatolischen Suq bekommt. Falls ja, das Kommentarfeld wartet nur darauf gefüttert zu werden 🙂

Bye

Nadine